Sonntag, 6. September 2015

Das hier ist kein Tagebuch



Im Jahr 2015 erschien im Verlag Freies Geistleben das erste Jugendbuch der niederländischen Autorin Erna Sassen mit dem Titel "Das hier ist kein Tagebuch". Der Originaltitel lautet "Dit is geen Dagboek". Ich habe dieses Buch über "Blogg dein Buch" gewonnen.

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Bildquelle: amazon.de
Gebundene Ausgabe, 183 Seiten, 17,90 €


Der 16-jährige Boudewijn bekommt von seinem Vater ein Ultimatum gestellt: Entweder er führt von nun an täglich Tagebuch über seine Gefühle und Gedanken, oder er wird in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Denn Boudewijn ist nach dem Selbstmord seiner Mutter schwer depressiv und droht immer weiter abzustürzen...




Der Schreibstil der Autorin wirkt sehr authentisch und lässt sich sehr flüssig lesen. Die Geschichte wird aus Boudewijns Sicht in Tagebuchform erzählt. Er führt täglich Tagebuch und manchmal stehen nur sehr wenige Wörter am jeweiligen Tag.
Boudewijn und seine Familie lebten jahrelang mit der manisch-depressiven Mutter und bekamen quasi alle Facetten dieser Erkrankung zu spüren. Bou, wie er genannt wird, empfindet nur Hass für sie. Jahre nach dem Tod seiner Mutter rutscht er immer weiter in ein Loch und ist mittlerweile selber schwer depressiv. Diesen zustand hat die Autorin sehr glaubhaft dargestellt. Bou ist sehr antriebslos und desinteressiert am Leben. Einzig mit seiner kleinen Schwester, die er über alles liebt, redet er manchmal noch vernünftig. In der Schule mogelt er sich so durch. 
Nach und nach arrangiert er sich mit dem Ultimatum seines Vaters und führt Tagebuch. So erhält der Leser einen sehr intensiven Einblick in Bous Gefühls- und Gedankenwelt. 
Bous Empfindungen konnten ich sehr gut nachvollziehen, auch den Hass auf seine Mutter. 
Er reflektiert die Jahre, bevor seine Mutter den Freitod wählte. 
Die Erzählung ist zwar nicht spannend, aber durchaus interessant. Der Weg, den Bou geht, um aus den Fängen der Depression zu entkommen, ist manchmal etwas langatmig erzählt. Es passiert eben nicht viel in seiner düsteren und einsamen Welt. 
Doch eines Tages trifft Bou auf einen "Lichtblick".
Das Ende ist einerseits offen, aber dennoch sehr passend gewählt. 


Insgesamt ist dieses Werk ein interessantes und kurzweiliges Lesevergnügen mit einem sehr ernsten Hintergrundthema. Authentische Charaktere und und die gute Umsetzung verleiten mich dazu vier Sternchen zu vergeben. Alle, die sich mal mit dem Thema Depression auseinandersetzen wollen oder dies gerne tun, sollten einen Blick hineinwerfen.
Ein gutes Buch, lesenswert!
Danke an den Verlag Freies Geistleben und Blogg dein Buch!

Kommentare:

  1. Hm, also an sich hab ich jetzt keine große Lust auf das Buch, aber ich mag, dass es eine niederländische Autorin ist... Vielleicht überleg ich mir das irgendwann nochmal.

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  2. Hey =)

    jetzt will ich wissen, wer oder was dieser Lichtblick ist! Hm....

    LG
    Anja

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