Freitag, 9. Januar 2015

Zorn des Himmels

Wer öfters historische Romane liest, der wird sicherlich auch schon von dem Autor Richard Dübell gehört haben. Sein neuester Roman "Zorn des Himmels" erschien im Oktober 2014 im Bastei Lübbe Verlag. 



 Zu Blogg dein Buch


Bildquelle: amazon.de
Gebundene Ausgabe, 400 Seiten, 19,99 €


Im Jahr 1342 droht der Stadt Frankfurt ein großes Unheil. Es wird erzählt, dass es im Süden des Reichs große Unwetter gab, die eine riesige Sturmflut mit sich brachten. Die Fährmannstocher Philippa verliebt sich in einen Fremden, der sein Gedächtnis verloren hat. Was sie allerdings nicht weiß ist, dass der Fremde angeblich einen Mordanschlag auf den Kaiser plant. In mitten des großen Unwetters trifft Philippa eine Entscheidung, die dem Kaiser das Leben retten könnte, oder ihm den Tod bringen wird....


Dieses Buch war mein erster historischer Roman, den ich auch tatsächlich beendet habe. Grund dafür war, dass Richard Dübell einen recht lockeren und sehr flüssigen Schreibstil pflegt. Ich war positiv überrascht, denn oftmals bringen historische Romane einen sehr geschwollenen Schreibstil mit sich, der mich nicht anspricht und mir das Lesen erschwert. Hier allerdings dürften also auch Neulinge auf dem Gebiet der historischen Romane gut zurechtkommen.

Der Autor schreibt in diesem Buch über eine wahre Katastrophe: das Magdalenen-Hochwasser, bei dem zehntausende Menschen starben. Doch fast keiner kennt dieses Ereignis, obwohl es eine der schlimmsten Naturkatastrophen Europas war! Allein deshalb ist dieses Buch schon lesenswert.

Die Geschichte wird stets aus Sicht der dritten Person erzählt. Mal ist es Philippa, mal ein anderer Charakter. So bekommt der Leser einen sehr guten Überblick über das Geschehen aus mehreren Sichten.

Philippa ist eigentlich so gut wie verlobt. Nur leider wurde dies über ihrem Kopf hinweg entschieden und sie ist nicht glücklich damit. Ihren Verlobten Albrecht mag sie zwar eigentlich sehr gern, aber ein Leben als Ehefrau an seiner Seite kann sie sich nicht vorstellen. Als Mathias, der Mann ohne Gedächtnis in die Stadt kommt, verliebt sie sich in ihn. An seiner Seite könnte auf sie ein aufregenderes Leben warten.

Zum gleichen Zeitpunkt befindet sich auch der Kaiser in Frankfurt. Ein Attentäter ist auf ihn angesetzt worden. Offenbar soll dieser Meuchelmörder Mathias sein. Philippa muss sich entscheiden, ob sie dem Fremden trauen, oder den Kaiser warnen soll.

Zu Beginn schleppte sich die Geschichte etwas dahin. Man lernt die Personen kennen und kann sich ein Bild vom ganzen machen. Aber es passiert nichts spannendes. Erst ab der Hälfte des Buches konnte mich die Geschichte fesseln. Das Unwetter wurde sehr glaubhaft und spannend vom Autor beschrieben. Die Romanze von Philippa macht nur einen kleinen Teil des Buches aus, was ich als sehr positiv empfand, denn so wird vom wesentlichen, der Anschlag auf den Kaiser und das Unwetter nicht abgelenkt.

In einem sehr großartigen Finale findet die Geschichte einen würdigen Schluss. 


Ich habe von dieser schlimmen Katastrophe noch nie zuvor gehört. Der Autor hat wirklich gut recherchiert und hat dieses Ereignis perfekt in Szene gesetzt. Ich mochte ebenfalls Philippa und den Fremden, sowie den tollen Schreibstil, der mir das Genre "Historische Romane" näher brachte. Einzig die Längen in ersten Hälfte des Buches störten mich. Deshalb vergebe ich 4 Sternchen. 

Ein gutes Buch, lesenswert!



Danke an Blogg dein Buch und Bastei Lübbe für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!


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