Dienstag, 6. August 2013

Während ich schlief

Im Goldmann Verlag erschien im Oktober 2011 der erste Roman der Autorin Anna Sheehan "Während ich schlief". Der Originaltitel lautet "A long, long sleep".
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Taschenbuch,
12,00 €, 352 Seiten

Die 16-jährige Rosalinda, genannt Rose, erwacht nach 62 Jahren aus einem künstlichen Schlaf. Versehentlich wurde sie von dem Jungen Brendan erweckt und muss nun feststellen, dass alle ihr bekannten Menschen und ihr Freund tot sind und die Welt eine ganz andere ist. Sie ist die reiche Erbin des größten interplanetarischen Firmenkonsortiums der Welt - UniCorp, welches ihre Eltern zu Lebzeiten gründeten. Ihre neugewonnen Freunde Otto, ein Halbalien, und Brendan helfen ihr, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Doch ein unbekanntes Wesen versucht Rose im Auftrag eines anderen zu töten...
Die Geschichte startet gleich mit dem Erwachen Rosalindas. Die Autorin schickt den Leser somit quasi gleich rein ins Geschehen, ohne Vorwort. Erzählt wird aus der Sicht von Rose, in der Ich-Perspektive und manchmal auch aus der Sicht des Wesens, welches Rose töten will.

Roses Eltern versetzten ihre Tochter immer in künstlichen Schlaf, wenn sie auf Geschäftsreise mussten, was sehr oft vorkam. Sie wollten nicht, dass ihre Tochter während dieser Zeit auf sich allein gestellt war. In dieser so genannten Stasis altert der Körper nicht. Somit ist Rose nach diesen 62 Jahren in Stasis noch immer 16. Entsetzt muss sie akzeptieren, dass sie nun ohne Freunde und Familie dasteht. Sie ist traurig, verzweifelt und fühlt sich einsam. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, diese Emotionen glaubhaft darzustellen. Ich hatte oft ein beklemmendes Gefühl beim Lesen und habe mit Rose gelitten. Manchmal war mir diese düstere Stimmung aber auch zu viel. 

Auch dass sie nun die Erbin des riesigen Imperiums UniCorp ist und somit unendlich reich, tröstet sie kein bisschen. Einzig Bren, der sie sehr an ihren Geliebten Xavier erinnert und für den sie nach einiger Zeit immer mehr empfindet, gibt ihr in dieser Situation Halt. Er versucht ihr beizustehen und hilft ihr bei der Eingewöhnung, erwidert ihre Gefühle aber nicht. Auch Otto, halb Mensch, halb Alien, wird Rose ein guter Freund.

Von Bren erfährt Rose auch, dass es mittlerweile ein Verbrechen ist, jemanden ohne guten Grund in Stasis zu versetzen. Sie muss erkennen, dass diese für sie selbstverständliche Rückzugsmethode kein normaler Vorgang ist. Ihren Eltern war sie immer aufs absolute Gehorsam, nie widersprach sie ihnen, und diese duldeten auch niemals Widerstand! Der Leser bekommt so nach und nach zu verstehen, dass es sich in dieser Familie wohl um keine normale Eltern-Kind-Beziehung handelt. 
Die Eltern, die man nur ein bisschen in Rückblenden kennenlernt, die auch Rose erzählt, waren mir durch ihr Verhalten ihrer Tochter gegenüber auch sehr unsympatisch. 

Die Geschichte hält immer wieder einige unerwartete, schreckliche Überraschungen parat, welche die Spannung erhöhten.   
Was ich allerdings vermisst habe war, dass ich mir mehr Erklärungen über UniCorp und die Welt im Allgemeinen gewünscht hätte. Man erfährt nur das allernötigste und das war mir einfach zu oberflächlich. 
Am Ende bleiben auch noch einige Fragen offen, genug für einen Folgeband, den es aber wohl nicht geben wird. Das ist wirklich schade, denn so viele ungeklärte Themen bei einem Einzelband empfinde ich als unbefriedigend.
Von den paar Kritikpunkten einmal abgesehen, war "Während ich schlief" ein gutes Buch mit einem Mix aus Romantik, Sci-Fi und Dystopie. Schade, dass die Geschichte offenbar nicht weitergeht. Ich vergebe 4 von 5 Sternchen.
Ein gutes Buch, lesenswert




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