Sonntag, 24. März 2013

Hier könnte ich zur Welt kommen

Am 11. März erschien im Insel Verlag das neue Buch von Marjorie Celona "Hier könnte ich zur Welt kommen". Es ist ihr Debüt-Roman.

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Hardcover
19,95 €, 347 Seiten

Als Neugeborenes wurde Shannon von ihrer sehr jungen leiblichen Mutter ausgesetzt. Sie kam die ersten Jahre in verschiedene Pflegefamilien bis sie mit knapp 6 Jahren endlich ein liebevolles zuhause bekommt. Doch auch die Liebe ihrer Adoptivmutter Miranda, die bereits eine Tochter hat, kann eines nicht verhindern: Shannon fragt sich vorher sie kommt, von wem sie ihr Aussehen hat und warum sie so ist wie sie ist. 
Als junge Frau macht sie sich auf den Weg, ihre leibliche Mutter zu finden...
Die Autorin konnte mich mit ihrem klaren, feinfühligen Schreibstil von der ersten Seite an begeistern. Das Buch gliedert sich in mehrere Kapitel, die von Shannons Weg erzählen, aber auch von Yula, ihrer Mutter, und deren Vergangenheit. Man erfährt so sehr viel über das Leben von der jungen Yula und die schicksalhaften Gründe, die sie dazu bewegt haben ihre Tochter nach der Geburt auszusetzen 
Was ich sehr schön fand war, dass die Autorin aus der Sicht der dritten Person schreibt (Shannon und Yula). Shannon schildert bereits als Säugling ihre Eindrücke von der Welt und von den Personen mit denen sie in Kontakt kommt. So erhält man einen Eindruck, wie ein Baby und Kleinkind, dass sich ja mit Worten nicht mitteilen kann, seine Umwelt und Mitmenschen wahrnimmt. Stellenweise war das sehr berührend. 

Ihre ersten Lebensjahre wächst die kleine Shannon in zwei verschiedenen Familien auf. In beiden verbringt sie jeweils nur wenige Jahre und nicht immer ergeht es ihr gut in diesen Familien. Mit knapp 6 wird sie von Miranda adoptiert. Miranda ist eine liebevolle und fürsorgliche Frau. Sie hat keinen Partner, dafür aber eine Tochter, Lydia-Rose, die nur ein halbes älter als Shannon ist. Miranda gibt Shannon eigentlich alles was ein Kind braucht: ein liebevolles zuhause und eine Familie. Doch sie kann nicht verhindern, dass Shannon sich nie wirklich als einen Teil der kleinen Familie fühlt. Ihre Adoptivschwester akzeptiert Shannon auch nicht als ihre Schwester. In ihren Augen stört sie nur und sie wünscht sich, dass ihre Mutter Shannon wieder abgibt. 
Je älter sie wird, desto öfter fragt Shannon sich, woher sie ihr Aussehen hat, warum sie so anders ist. Oft legt sie ein eigenartiges Verhalten an den Tag. Manchmal weiß sie selber nicht, warum sie sich so verhält und warum sie oft so unglaublich wütend ist. Auch dass sie zu einem Psychologen geht, kann ihr nicht helfen und auch mit Miranda spricht sie nicht über ihre Gefühle. Mit 16 rebelliert sie schließlich mehr und mehr und gerät oft in brenzlige Situationen, obwohl es eigentlich nicht in ihrer Absicht liegt, ihrer Adoptivmutter Kummer zu bereiten. Letztendlich fasst Shannon den Entschluss, sich auf die Suche nach Yula zu machen, um endlich herauszufinden, wer sie eigentlich ist.
Dieses Buch ließ meine Gedanken noch ein wenig kreisen, als ich es beendet hatte. Es ist definitiv keine Geschichte für mal eben zwischendurch. Dieses Buch verlangt, dass man sich damit auseinandersetzt. In der Mitte gab es ein paar Stellen, die sich etwas zu lang hinzogen. Aber trotzdem ist es eine schöne und bewegende Geschichte über das Suchen und Finden der eigenen Identität.
Ich vergebe 4 von 5 Sternchen.
Ein gutes Buch, lesenswert!
Danke an vorablesen.de und den Insel Verlag!


Kommentare:

  1. Danke für deinen Blogbesuch. Ich war denn neugierig darauf, schon mal deine Rezi zu lesen. Schön :-) nun freue ich mich auf's Lesen. Nach einer Leseprobe ist es manchmal schwierig auf den Inhalt des gesamten Buchs zu schließen und gerade bei diesem Buch habe ich mich eher auf die Inhaltsangabe des Verlags bei vorablesen verlassen und nach deiner Rezi schein meine Bewerbung um das Buch nicht schlecht gewesen zu sein ;-)

    LG Ingrid
    (http://zwei-sichten-auf-buecher.blogspot.de)

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    1. Ja ich glaube auch dass du eine gute Wahl getroffen hast ;-)

      Aber stimmt, Leseproben helfen einen nicht immer weiter. Manchmal sind es ganz tolle Leseproben und das Buch ist dann letztendlich doch nicht so toll :-(

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  2. Schöne Rezi! Das Cover gefällt mir sehr :D
    Vielleicht lese ich es bald mal :) Wenn der SuB nicht so hoch wäre :(
    Viieeelll Spaß mit "Wunder"- es ist Hammer :D
    Die "Skinned"- Trilogie ist ziemlich unbekannt, aber für Dystopiefans ein Geheimtipp, der lezte Teil ist wieder besser...

    LG, Fina ;)

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